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Das wundervolle Pferdehaar

Wenn Pferde in die Jahren kommen, erreichen mich oft die Anfragen ihrer Besitzer, ein Armband von den Schweiß- oder Mähnenhaaren zu fertigen. 

 

Das Pferdehaar, im besonderen das Mähnen -und Schweifhaar, ist bekannt für seine Festigkeit. Denkt man an das Pferdehaar, denkt man oft an Geigensaiten.

 

 

Wusstest du dass:

*Die langen Haare wurden früher vor allem zur Herstellung der von Frauen und Männern des Adels getragenen Perücken verwendet. Die kurzen Haare wurden in Zöpfe zusammengedreht (Krull- oder Krollhaar) und als Polstermaterial, als Füllung für Matratzen, Rosshaarkissen und Reitsättel oder in der Schneiderei als Einlage verwendet. Die mittelalterliche spanische Melonenhose war häufig mit Rosshaar aufgefüllt. Auch wurden ganz aus Rosshaar gewebte Decken hergestellt. Des Weiteren wurde Rosshaar von den Siebmachern verarbeitet, in der Fischerei fertigte man daraus Angelschnüre. Auch heute noch wird das klassische Polstermaterial verwendet. Für Vollpolstermatratzen wird durch eine Heißdampfbehandlung die Sprungkraft noch einmal verstärkt.[1] Ebenso wird es noch für Bürsten und Rosshaarbesen gebraucht, es bleibt Kunstfasern zumindest in der Fähigkeit zur Wiederaufrichtung überlegen.*( Quelle Wikipedia)  Rosshaar besitzt noch eine besondere Eigenschaft, die bei der Herstellung von Matratzen eine Rolle spielt. Das Rosshaar kann 25% Feuchtigkeit aufnehmen ohne sich nass anzufühlen. Deshalb wird es für die Matratzen Herstellung sehr geschätzt, denn des Nachts wird viel Feuchtigkeit über die Haut abgegeben. Also ein guter Füllstoff für all die Menschen, die besonders stark schwitzen für ein gutes Schlafklima. 

 

Viele dieser Gegenstände wurden  inzwischen durch Plastikmaterialien ersetzt, nicht zuletzt auch aus wirtschaftlicheren Produktionskosten. Im Zuge des ökologischen Trends und der Nachhaltigkeit, sind Naturmaterialen jedoch wieder auf  dem Vormarsch.

Aufgrund der Festigkeit eignet sich das Pferdehaar demnach auch hervorragend zur Schmuckherstellung. Für ein geflochtenes Armband ist ein ca. fingerdicker Strang erforderlich. Aber es geht auch schon mit viel weniger Haaren, ein wunderschönes Schmuckstück herzustellen. 

Ein Haarstrang wird von mir verlesen, das heißt, es werden nur die Haare heraus sortiert die meiner benötigten Länge entsprechen. In der Regel macht das nicht selten, nur die hälfte des Haarstranges aus. Zur Reinigung der Haare verwende ich Olivenseife, das hält sie dauerhaft schön geschmeidig.

Nur gleichlange Haare zu verarbeiten bedeutet ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. Es sähe unschön aus wenn überall Haarenden herausstehen würden, zudem kann die eine pieksige Angelegenheit sein.

Eine Kundin konnte einmal nur sechs Schweifhaare, heimlich von dem Pferd ihrer Freundin, ergattern.  Mit einigen schönen Perlen verziert, ergab es ein schönes Armband. Wenn auch du ein Andenken an dein Pferd haben möchtest, wirst du an einem Armband lange Freude haben.

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